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Heute waren wir in Bad Wimpfen, genauer gesagt im Theaterkeller des Hohenstaufen Gymnasiums. Dort zeigte der Poetry-Slammer Wolfgang Heyer seine aktuelle Bühnenshow, eine sehr lustige und kurzweilige Show, möchte ich schon einmal vorweg stellen.

Die Show ging mit Pause etwa gute zwei Stunden. Eine der Zielsetzungen war es, herauszufinden, welche Sprache die Schönere ist, Hochdeutsch oder Schwäbisch. Natürlich hat Schwäbisch durch seinen Heimvorteil gewonnen, wenn auch nur sehr knapp. Ehrlich gesagt finde ich es aber auch sehr schön, jemanden zu fragen, ob er als Ärschleschlupfer denn schon öhmd hat.*

* Der Satz ist eigentlich unhöflich und relativ sinnbefreit. Aber er hört sich einfach niedlich und merkwürdig zugleich an. :)

Mit Erstaunen habe ich während der Show übrigens feststellen dürfen, dass ich über 95 Prozent auf Anhieb verstanden habe. Das sah vor ca. 15 Jahren, als ich ins Ländle reingeschmeckt habe, noch ganz anders aus. Bei meiner pädagogischen Ausbildung in Stuttgart hatte ich einen sehr sympathischen Ausbilder, bei dem ich mit höchstens 50 Prozent Sprachverständnis glänzen konnte. Ich war übrigens trotzdem sehr gerne bei ihm im Unterricht, einfach weil er ein toller Mensch war! Für mich stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob ich das positiv oder negativ deuten soll. Nein, die Frage stellt sich mir natürlich nicht, denn wenn man als Hamburger schon ins Ausland zieht, soll man sich der fremden Kultur und Sprache ja auch ein wenig öffnen.

Ansonsten will ich damit eigentlich nur sagen, dass jeder unbedingt diese tolle Show sehen sollte! Wir haben uns bei der Gelegenheit auch gleich sein Buch Hoimspiel gekauft. Lesen kann ich es auch schon, wenn auch nicht vorlesen.

Einen Kritikpunkt muss ich aber doch nennen. Der Wolfang Heyer hat während seiner Show so oft über leckere Spätzle mit Soße gesprochen, dass wir am Ende wahnsinnigen Appetit auf diese hatten. Da muss dringend nachgebessert werden, indem parallel diese vielleicht auch gleich serviert werden!

Heute sind wir zu den Highland Games in Angelbachtal gefahren. Schon kurz nach dem Eintritt wurde man von den tollen Klängen der Heidelberg & District Pipes and Drums Band begrüßt, die es sich auch nicht nehmen ließen, dem Puplikum Highland Cathedral vorzuspielen. Das war schon mal ein schöner Einstieg in den Tag!

Wir haben uns danach dann den Hütehunden zugewand. Dort wurde scheinbar versucht, einen Hund zu trainieren, was nicht ganz geklappt hatte und dazu führte, dass eines der Schafe es schaffte, vom Hund gejagt, aus dem eingezäunten Bereich zu fliehen. Es entfernte sich jedoch nicht von der Herde, sondern wanderte ein wenig um den Bereich herum, zu der Stelle, wo sich der Rest der Herde aufhielt. Dort drückte dann eines der Schafe aus der Herde den Zaun herunter, um allen und zum Abschluß auch sich selbst, ebenfalls die Flucht zu ermöglichen. Und da soll noch mal jemand von den blöden Schafen reden! Zwischenzeitlich marschierte hinter uns übrigens noch die Antwerp & District Pipe Band vorbei und untermalte alles mit toller Musik.

Zum Einklang war das alles schon ganz großes Kino, aber es kam noch besser, das Wetter schlug um. Es fing an zu regnen, nicht irgendein Regen, sondern guter senkrecht fallender Regen, also bestes schottisches Wetter. Kompliment an die Organisatoren! Zuerst hatten wir uns noch untergestellt, dann aber doch unsere Regencapes übergeworfen, um das Gelände weiter zu erkunden.

Wir sind dann an den Wettkampfplätzen vorbei und haben eine Zeitlang zugeguckt, wie dort mit Gewichten aller Art, in alle Richtungen, geworfen wurde. Nach gut einer Stunde im tollen Regenwetter, haben wir dann aber doch abgebrochen. Bei den Ständen war kaum noch etwas zu sehen, da sich an jeder trockenen Stelle Menschen drängten.

Trotzdem gab es dann noch einen schönen Abschluß für uns an der Hauptbühne. Hier traten die SchloB Dancers auf und zeigten Irish Stepdance. SchloB ist übrigens kein Schreibfehler, aber dazu mehr auf deren Webseite. Jedenfalls war es schön anzusehen und ließ einen den Regen kurzfristig ein wenig vergessen.

Insgesamt wieder ein toller Ausflug und das einzig ärgerliche war eigentlich nur, dass wir nicht schon am Samstag zum Wettbewerb der Pipe-Bands anwesend waren.

Da wir aktuell auf der Suche nach einem neuen Pedelec (im Volksmund E-Bike) sind, haben wir uns heute auf die Reise zur VELOFrankfurt begeben, einer Messe rund ums das Fahrrad.
Die VELO findet auch in anderen Städten statt und einen Besuch können wir grundsätzlich empfehlen, da man hier mit den Herstellern doch sehr gut ins Gespräch kommt und nebenbei auch einige Dinge zu sehen bekommt, die beim Fahrradhändler eventuell nicht im Sortiment sind.

Das allgemeine Problem bei Fahrrädern ist das zulässige Gesamtgewicht. Dieses Gesamtgewicht wird vor allem bei einem Pedelec schnell interessant. Das es eine Gewichtsobergrenze bei Fahrrädern gibt, erfährt man beim Fahrradhändler normalerweise auch, aber wenn man so beobachtet, welche Leute wie auf den Pedelecs unterwegs sind, beschleicht einem das Gefühl, dass es auf wenig Interesse stösst.

Die wahrscheinlich meisten Pedelecs auf dem aktuellen Markt haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 120kg. Davon muss man jedoch das Eigengewicht des Rads abziehen, sprich so zwischen 25-30kg müssen weg. Bleiben noch 90kg. Kommt jetzt noch Gepäck oder der Einkauf hinzu, dürften viele schon die Grenze des zulässigen Gesamtgewichts überschritten haben. Auch wenn die Räder natürlich immer eine Reserve haben, so braucht man nur von einem etwas höheren Kantstein herunterfahren und dann ist die Belastung des Rads schon deutlich über der Reserve.
Zum Glück passiert, was Brüche am modernen Pedelecs angeht, scheinbar relativ wenig, aber wenn man schon viel Geld für solch ein Rad ausgibt, sollte man es vielleicht gleich richtig machen.

Aber zurück zu VELO. Eigentlich wollten wir dort nicht nur nach einem vernünftigen Pedelec gucken, sondern einige der Modelle auch gleich einmal Probefahren. Dazu musste man eine Haftungsauschlusserklärung unterzeichnen, was auch nachvollziehbar ist.
Was überhaupt nicht nachvollziehbar war, ist die gleichzeitige Fotofreigabe, die sich der Veranstalter mit der Unterzeichnung genehmigt hat. Er erlaubt sich dabei großzügig, dass er die Fotos, welche er dort gemacht hat, auch in veränderter Form zu eigenen Marketingzwecken (nicht näher beschrieben) verwenden darf. Die Freigabe genehmigt er sich auch gleich in unwideruflicher Form. Auch wenn vielen dort ihr eigener Datenschutz egal zu sein schien, wir haben damit auf die Probefahrten verzichtet. Es wäre schön gewesen, wenn der Veranstalter dieses gleich auf der Webseite geschrieben hätte, vor allem, da er die Fotos auch direkt zu Facebook durchreicht und dieses vorher nicht deutlich erklärt. Vor Ort führen solche Dinge doch sehr zur Verärgerung. Fraglich ist, inwieweit sich das mit der EU-DSGVO vereinbaren lässt, aber das darf dann eine andere Stelle klären.

Na ja, trotz der Frechheit des Veranstalters, haben wir tolle Gespräche geführt und interessante Dinge gesehen. Besonders fielen uns die Pedelec der Firma YouMo ins Auge. Richtige Cruiser, auf denen man sehr bequem sitzt und bei denen man an der Ampel nicht absteigen muss. Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass wir die Räder einmal Prodefahren und eventuell haben wir dann ja schon das für uns richtige Pedelec gefunden.

Auf Twitter gibt es ja sogenannte "Hashtags" (sprich "Häschtääcks") womit im Endeffekt besonders hervorgehobene Begriffe - gerne auch in Form von Abkürzungen - gemeint sind. Diese Hashtags beginnen mit dem Hash, zu deutsch auch ab und an als Rautezeichen # benannt. Das "Tag" aus Hashtag wird wörtlich mit Etikett, Markierung, Schild, Marke, Anhänger übersetzt und ist im Endeffekt der Wort- oder Abkürzungsteil des Hashtags.

Der Hashtag #GPN19 steht nun für die 19. Gulaschprogrammiernacht, die dieses Jahr vom 30.05.-02.06. in den Räumlichkeiten von ZKM und HfG in Karlsruhe stattfindet. Es ist eine recht bunte Veranstaltung, die dieses Jahr unter dem Motto "Error 451 - Unavailable for legal reasons" steht und tatsächlich ein offizieller HTTP-Statuscode ist. Error 451 ist im Endeffekt der Verbot des Aufrufs der Webseite, die man da gerade ansehen wollte und zwar auf Grund von gesetzlichen Bestimmungen und dazu zählen Copyrightverletzungen oder auch Zensur.

Jetzt mag man sich überlegen, ob dies möglicherweise eine Reaktion auf die gerade stattgefundene Wahl verursacht hat. Im Zusammenhang mit der Wahl hat das Youtubevideo von Rezo Die Zerstörung der CDU ja nun einmal die Reaktionen von Politikern hervorgerufen und aus Richtung CDU wurde daraufhin die Einschränkung der Meinungsfreiheit gefordert, um diese Aussagen direkt im Anschluss wieder zurück zu ziehen. Diese Forderungen müssen mit dem Wort Zensur übersetzt werden, denn alles andere ist Augenwischerei.
Schaut man sich aber bei Wikipedia das Uploaddatum (11.04.2019) des Plakates für die GPN19 an, dann stellt man fest, dass dieses bereits Anfang April online war und damit wohl eher seinen Bezug auf Artikel 13 hat, der zumindest wie Martin Sonneborn am 13.02.2019 twitterte im EU-Parlament angenommen wurde. Bei dem Artikel 13 handelt es sich um einen Passus im Urheberrecht, welcher besagt, dass die Anbieter von Plattformen im Internet dafür verantwortlich sind, dass auf ihren Plattformen keine Dinge, Daten, Texte, Lieder, Filme, ... veröffentlicht werden mit denen Urheberrechtsverletzungen begangen werden. Stichwort: Privatisierung der Rechtedurchsetzung. Leicht überspitzt übersetzt heißt das, dass die Plattformen, um nicht in Konflikt mit dem Gesetz zu kommen, wohl sogenannte Uploadfilter installieren müssen, was dann eben mit Zensur gleichzusetzen ist. Aktuell sind sich viele Technikspezialisten nämlich einig, dass es derzeit keine klare Definition für diese Uploadfilter geben kann, da diese z.B. weder Satire noch Ironie und noch nicht einmal Zitate eindeutig identifizieren können. Dies wird wohl dazu führen, dass die Filter übers Ziel hinaus schießen werden und eher deutlich zu viel, als ein klein wenig zu wenig blockieren werden.

Das Thema Urheberrecht, Quellenangaben oder Verwendung von Material in Vorträgen, dass nicht entsprechend freigegeben ist, hat neben dem Wunsch des Speakers, nicht veröffentlicht zu werden, auch schon das eine oder andere Mal dazu geführt, dass Vorträge auf Chaosevents gar nicht online gestellt wurden oder eben nur im Livestream zu sehen waren.
Für die Aufzeichnungen auf den Chaosevents zeichnet sich das C3VOC zuständig. C3 steht für Chaos Computer Club und VOC steht für Video Operation Center. Mit OC, also Operation Center enden bei Chaosevents diverse Teams. POC ist für die Telefoninfrastruktur zuständig, NOC für das Netzwerk und mittlerweile gibt es auch noch ein OC für die Herstellung von Waffeln, es schreibt sich WOC. Da erstaunlicherweise wohl tatsächlich immer mal wieder im VOC nach Vaffeln und im WOC nach Wideo gefragt wird, wurden dann im Lauf des Tages entsprechende Infoplakate gedruckt und am jeweiligen Standort des zum Buchstaben passenden OC aufgehängt. Manchmal muss man einfach mit dem ganzen Gartenzaun winken, da reicht ein Zaunpfahl schon nimmer aus und so lange man sich selbst nicht zu ernst nimmt, kann denke ich jeder drüber lachen und die Nachfragen nach Video beim WOC und nach Waffeln beim VOC sollte mit einem Schmunzeln über die Schilder nun auch nachlassen.

Da auf Chaosveranstaltungen das Fotografieren grundsätzlich nicht gerne gesehen wird und einem durch die EUDSGVO da mittlerweile noch mehr an die Karre gefahren werden kann, gibts wieder mal nur ein Bild von nem Plakat oder so. ;-)

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